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wald/maschinen/schlachthof-gebet

Sie und er, vielleicht das Paar, erkennen einander, ergreifen Besitz, begehren und zerstören. Ein Kampf der Geschlechter. Liebe und Hass halten sie gefangen, Macht und Gewalt sind ihnen Erbe und Gegenwart.
Ihre Sprache ist fleischlicher Lobgesang, sinnliche Ode, Phantasma, Anklage, getrieben von Begierde und Ablehnung. Ein Tanz, eine Litanei, ein Gebet – wald/maschinen/schlachthof-gebet.

Die Werke des Schriftstellers Mehdi Moradpour thematisieren auf vielfältige Weise die zwischenmenschliche Kommunikation in der modernen Gesellschaft.
In »wald/maschinen/schlachthof-gebet« verdichtet er seine Weltsicht zu einem poetischen, assoziationsreichen Text. Das Leben ist reduziert auf die ökonomische Einheit, egal ob als Faktor in einem entfesselten Produktionsprozess oder Kalkulationsgröße in kriegerischen Auseinandersetzungen. Vor diesem Hintergrund formuliert das lyrische Ich seine Ansprüche an ein imaginäres Gegenüber, verleiht den Begierden in teils drastischen Sprachbildern Ausdruck, sucht Nähe und Abgrenzung, um letztlich die eigene Individualität behaupten zu können.
Für die szenische Gestaltung eines solchen Textes musste ein besonderer Zugang gefunden werden.
Die Schauspieler nutzen ihre sehr persönlichen Gedanken und Gefühle zur Kreation einer Innerwelt. Daraus entstanden Improvisationen, die Anregungen aus dem Butoh aufnahmen und mit den Methoden Grotowskis und Lecoqs experimentierten.
So wird der Text auf der Bühne dreimal in unterschiedlichen Farben wiederholt, eingefasst von eigens komponierter elektronischer Musik.

Regie: Richard Gonlag, Olaf Jelinski | Text: Mehdi Moradpour
Schauspieler: Maike Specht, Richard Gonlag | Musik: Munsha, feat. Dennis Depta | Beratung Butoh: 4RUDE, Hikaru Inagawa



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